Kanada investiert weiter in F-35-Beschaffung – und ist offen für Alternativen

18. Februar 2026: In Kanada werden einige Diskussionen geführt, die der Debatte in der Schweiz über die  Erneuerung der Luftverteidigung ähnlich sind. Als Ersatz für seine F/A-18 hat sich Kanada nach langer Evaluation für 88 F-35A entschieden. Doch auch Kanada hat nach diversen verbalen Attacken, Zöllen, Zolldrohungen und fragwürdigen Ankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump seine liebe Mühe mit dem grossen Nachbarn. Entsprechend wurden Forderungen nach Alternativen zur F-35-Beschaffung immer lauter und Saab brachte bereits eine Gripen-Produktion in Kanada ins Spiel. Doch die Regierung hält mehr F-35A für unverzichtbar und hat Geld für zusätzliche Lieferpositionen gesprochen.

 

Nach der 2023 getroffenen Entscheidung, die kanadische Kampfflugzeugflotte – bestehend aus F/A-18 Hornet, in Kanada CF-188 genannt – mit 88 F-35A zu ersetzen, hatte Kanada vorerst 16 F-35A fest bestellt. Dass der US-Präsident mehrfach davon sprach, dass Kanada besser der 51. Staat der USA werden sollte und hohe Zölle, beispielsweise auf kanadische Stahlimporte verhängte, ist in Kanada natürlich so sehr sauer aufgestossen, dass zahlreiche Stimmen eine Abkehr vom F-35-Programm forderten. Das veranlasste den schwedischen Flugzeugbauer Saab, wieder in die Offensive zu gehen und Kanada erneut den Gripen E/F anzubieten. Von Saab gab es Bestätigungen dafür, dass man Kanada mit Informationen bezüglich der Ergänzung der F-35 mit Gripen versorge. Der Saab CEO Michael Johansson stellte zudem öffentlich in Aussicht, dass der schwedische Konzern bei einer Wahl des Gripen eine Montagelinie in Kanada aufbauen könnte – nicht nur für kanadische Gripen, sondern auch für Exportkunden.

Letzte Woche hat der kanadische Premierminister Mark Carney in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage aber bestätigt, dass Kanada weiteres Geld für die Sicherung von Lieferpositionen für 14 zusätzliche F-35A ausgegeben hat. Gleichzeitig hat er aber auch unterstrichen, dass Kanada offen für Angebot von weiteren Kampfflugzeugherstellern sei und er sagte, dass es andere Optionen gebe, um Kanada zu schützen und der Wirtschaft zusätzlichen Schub zu verleihen. Eugen Bürgler