Machtverschiebung in der Luftfahrt: Warum Triebwerkshersteller die Gewinner von 2026 sind

27. Februar 2026: Die Zivilluftfahrt erlebt derzeit eine ungewöhnliche Phase: Die Nachfrage ist hoch, die Flugzeuge gut ausgelastet und viele Airlines schreiben wieder solide Ergebnisse. Doch hinter dieser operativen Erholung hat sich das Machtgefüge der Branche gemäss Visual Approach Weekly grundlegend verschoben. In einer Studie kommt der unabhängige Branchenberater zum Schluss, dass sich 2026 die Machtverhältnisse zugunsten der Angebotsseite verschoben hat.

Nicht mehr die Fluggesellschaften bestimmen das Tempo, sondern diejenigen, die über Produktionskapazitäten, Technologie und Wartungsressourcen verfügen. Wer heute Flugzeuge, Triebwerke oder Ersatzteile liefert, sitzt am längeren Hebel und profitiert von einer strukturellen Knappheit, welche die Wertschöpfung zunehmend vom Flugbetrieb hin zu Herstellern und Zulieferern verlagert.

Grösste Gewinner sind die Triebwerkshersteller: Sie kontrollieren den wichtigsten Engpass der Branche, erzielen hohe Margen im Wartungs- und Ersatzteilgeschäft und haben kaum Wettbewerbsdruck. Auch Airbus und Boeing profitieren von vollen Auftragsbüchern und langen Wartelisten. Beides stärkt ihre Verhandlungsposition. Leasinggesellschaften gewinnen ebenfalls, da bestehende Flugzeuge an Wert gewinnen, ihr Wachstum aber durch fehlende Neuauslieferungen begrenzt bleibt.

Die strukturellen Verlierer sind die Airlines. Sie müssen lange Lieferzeiten, hohe Anzahlungen und steigende Wartungs- und Betriebskosten tragen, ohne echte Alternativen zu haben. Zwar sorgt das knappe Angebot kurzfristig für stabile Ticketpreise, strategisch verlieren sie jedoch an Kontrolle über Kapazität, Kosten und Wachstum. pd / Thomas Staffelbach