Nur noch 30 F-35A und zusätzliches Bodluv-System

06. März 2026: Der Bundesrat will die maximal mögliche Anzahl F-35A beschaffen, das hat er an seiner heutigen Sitzung bekräftigt. Das Geld wird aber nur für 30 Maschinen reichen, nicht für die ursprünglich bestellten 36. Teurer wird auch das bodengestützte Luftabwehrsystem grösserer Reichweite (Bodluv GR) Patriot und das Patriot-System kommt erst mit grosser Verspätung: Die eigentlich für die Schweiz bestimmten Patriot-Feuereinheiten wurden „neu priorisiert“ und werden nach heutigem Planungsstand erst mit vier bis fünf Jahren Verspätung an die Schweiz geliefert. Deshalb will der Bundesrat die Beschaffung eines zusätzlichen Bodluv-Systems prüfen.

Der Bundesrat hat die Option verworfen, einen Zusatzkredit zu beantragen, um die ursprünglich geplante Anzahl von 36 F-35A zu beschaffen – dafür nötig gewesen wären 1,1 Milliarden Franken, wie heute mitgeteilt wurde. Damit die Schweiz gegenüber der US-Regierung bis spätestens im 2. Quartal 2027 die definitive Anzahl der F-35A kommunizieren und damit ihre Produktionsslots behalten kann, wird dem Parlament mit der Armeebotschaft 2026 ein Zusatzkredit im Umfang von 394 Millionen Franken vorgelegt. Der Zusatzkredit entspricht dem maximalen Finanzvolumen nach Planungsbeschluss abzüglich des bereits bewilligten Verpflichtungskredits – damit werde dem Volkswillen weiterhin entsprochen, hält der Bundesrat fest. Aktuell gehe das VBS davon aus, dass mit diesem Zusatzkredit 30 F‑35A Kampfflugzeuge beschafft werden können. Die genaue Anzahl könne erst bestimmt werden, wenn die US-Regierung die Verträge mit den Herstellern über die verbleibenden Flugzeuge und Triebwerke für die nächsten Produktionslose ausgehandelt habe.

Im Juli 2025 informierte die US-Regierung das VBS, dass die Auslieferung der Patriot-Systeme zugunsten der Unterstützung der Ukraine neu priorisiert werde, wie das VBS heute mitteilte. Am 25. Februar 2026 wurde der Rüstungschef anlässlich der Defence Talks über den Umfang und die Dauer möglicher Verzögerungen sowie allfällige Mehrkosten informiert. Alle fünf Patriot-Feuereinheiten wurden von den USA umpriorisiert. Die Verzögerung beträgt nach aktuellem Kenntnisstand vier bis fünf Jahre. Die verzögerte Auslieferung führt zudem zu signifikanten Mehrkosten. Die Problematik von Verzögerungen und Mehrkosten dürfte sich sogar noch akzentuieren, denn gerade in diesen Tagen werden im jüngsten Nahostkrieg grosse Mengen von Luftabwerrakten verschossen, darunter auch Patriots.

Der Bundesrat hält aufgrund der Wichtigkeit der Fähigkeit zur Abwehr von Angriffen aus der Distanz an der Beschaffung der Patriot-Systeme fest. Um jedoch die Folgen der Lieferverzögerungen zu reduzieren und künftig weitere Teile der Schweiz schützen zu können, beauftragt er das VBS, die Beschaffung eines zusätzlichen Systems zur bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite zu prüfen. Dieses zweite System soll bevorzugt in Europa produziert werden. Konkret heisst das, dass es sich um ein europäisches System oder um ein aussereuropäisches System, das in Europa hergestellt wird, handeln müsste. pd / Eugen Bürgler