40 Schweizer Militärpiloten trainieren in Grossbritannien

20. November 2023: Ein beträchtlicher Teil der Trainingsaktivitäten der Schweizer Luftwaffe findet in den kommenden Wochen in britischem Luftraum statt. Ab dem 20. November bis 15. Dezember 2023 führen Angehörige der Schweizer Luftwaffe mit bis zu zehn Kampfflugzeugen des Typs F/A-18 ihr Nacht- und Tiefflugtraining in ab der Royal Air Force Basis Leeming in Grossbritannien durch. Dabei absolviert die Luftwaffe etwa die Hälfte des Jahresbedarfs ihrer Flüge bei Nacht und im Tiefflug.

Im britischen Luftraum trainieren die Schweizer F/A-18 Piloten einerseits die Grundlagen des Luftpolizeidienstes bei Nacht. Andererseits überprüfen und vertiefen sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der Luftverteidigung bei Dunkelheit. Insgesamt reisen vom 20. November bis 15. Dezember 2023 in zwei Tranchen rund 40 Piloten und 90 Angehörige des Bodenpersonals nach Leeming. Ein Teil des Personals wurde mit einem Embraer E190-E2 von Helvetic Airways nach Leeming geflogen, der auf dieser Mission mit einer „Swiss Air Force“ Flugnummer unterwegs war. Der Luftwaffenstützpunkt der Royal Air Force (RAF) in North Yorkshire, genannt RAF Leeming, bietet der Schweizer Luftwaffe ideale Trainings- und Umweltbedingungen. Die grossräumigen Trainingssektoren liegen in günstiger Entfernung über der Nordsee und über dünn besiedelten Regionen Nordenglands, wo taktische Einsätze in allen Einsatzbereichen effektiv trainiert werden können. Möglich macht dies ein Fünf-Jahres-Abkommen zwischen dem Königreich Grossbritannien und der Schweiz, das 2023 erneuert wurde.

Die Luftwaffe kann in der Schweiz ihr Nacht- und Tiefflugtraining nicht vollumfänglich und nach den international gültigen Standards trainieren. Grund dafür sind unter anderem: Die kleinen und knapp verfügbaren Trainingsräume sowie Höhen- und Geschwindigkeitslimiten, eingeschränkte Flugbetriebszeiten, Auflagen bei der Anzahl Flugbewegungen auf den Flugplätzen, der dichte zivile Luftverkehr über der Schweiz sowie die hohe Besiedelungsdichte und die daraus resultierende Rücksichtnahme auf die Lärmbelastung der Bevölkerung. Im Vergleich fliegen die Schweizer Jet-Piloten nur etwa halb so viele Stunden bei Nacht wie diejenigen der Nachbarstaaten. Umso wichtiger ist die jährliche Nachtflugkampagne im Ausland, die rund 50 Prozent des Nachtflugtrainings abdeckt. Deshalb ist die Luftwaffe auf Trainings und Kooperationen mit Partnernationen angewiesen. pd www.vtg.admin.ch