Neue Luftfracht-Drohnen aus den USA

18. Februar 2023: Der Frachtlufttransport nimmt weltweit zu, auch für kurze Missionen ergeben sich neue Perspektiven. Genau da haken die Ingenieure von Pyka mit ihrem Pelican Cargo aus dem kalifornischen Oakland bei San Franzisco ein: Der offizielle Flugbetrieb bei einem ihrer drei Erstkunden mit der elektrisch angetriebenen Cargo-Drohne soll im zweiten Halbjahr 2023 starten.

Bereits 2017 stiegen sie in das Drohnengeschäft mit Big Bird ein, eine UL-grossen Drohne, der weitere Versuchsmuster folgten. Basis war schliesslich eine dreimotorige Version, die dann erstmals die Bezeichnung Pelican trug.  Nachdem die letzten Flüge 2021 für das amerikanische Zulassungsverfahren abgeschlossen werden konnten, ging die erste Maschine 2021 nach Costa Rica, wo man Bananenplantagen besprühte. Die Zuladung ist mit 281 kg gegenüber einer Leermasse von 318 kg oder 84 Gallonen sehr ordentlich. Im Vergleich dazu können einmotorige Verbrenner-Flugzeuge (Kolben und Turboprops) jedoch die drei- bis vierfache Menge transportieren.

EmbraerX und Pyka beschlossen eine strategische Partnerschaft für den brasilianischen Markt. Mit zunächst 37 Millionen Dollar kam durch eine erste Finanzierungsrunde letztes Jahr Geld in die Kasse, nachdem man mit dem Pelican Spray den sichtbaren Beweis erbracht hatte. Pyka meldete inzwischen Vorabzusagen von über 80 Bestellungen und Optionen für seinen Pelican Cargo von drei seiner Erstkunden in Nordamerika und Europa.

Das Augenmerk richtet sich jetzt auf den Cargob, eine viermotorige Version. Sie weist ähnliche Leistungsangaben wie die Agrardrohne mit einem Gewicht von 599 kg und einer Nutzlast von 190 kg auf. 180 Meter unbefestigte Startbahn sollen ausreichen, die Steigleistung beträgt acht Meter pro Sekunde. Auf Strecke geht sie mit 150 km/h. Die Flugzeit beträgt zwei Stunden mit zehn Minuten Reserve. Die Lithium-Batterien mit 50 kWh geben nicht mehr her. So gesehen ist der 100 kW-Antrieb auch nicht für grössere Strecken als bis zu 320 km geeignet. Im Prinzip ist sie vergleichbar mit einem gewöhnlichen 600 kg UL, mit dem Unterschied, dass die Nutzlast als Fracht definiert ist.

„Pelican Cargo wird einen erheblichen positiven Einfluss auf das Leben der Menschen haben“, sagt Michael Norcia, Chief Executive Officer und Mitbegründer von Pyka. „Wir haben dieses Flugzeug entwickelt, um CO2-Emissionen aus der Logistikkette zu eliminieren und gleichzeitig einen erheblichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber dem Bodentransport und Betriebskosten zu einem Bruchteil des konventionellen Lufttransports zu bieten.“

Dazu muss der Rückflug durch Austauschbatterien gesichert sein. Die Flüge basieren auf dem GPS und ein Laser/Radar-Navigationssystem, das programmierte automatische Flüge bei Tag und Nacht zulässt. Im Gegensatz zu bereits bekannten Geräuschkulissen einmotoriger Elektroflugzeuge benötigt man beim Pelican Cargo vier kleine 25 kW-Einzelantriebe. Nun wird man mit Pelican nicht gerade über die Rocky Mountains fliegen wollen, denn um höher als mit 8000 Fuss Fliegen zu können, müsste der kleine Transporter mit stärkeren Motoren und Batterien ausgestattet sein.

„Wir betreiben eine sorgfältig ausgewählte Flotte von UAS-Plattformen in unseren Märkten, von denen jede einzelne nach seinen operativen Fähigkeiten und konkurrenzlosen Leistung ausgewählt wurde“, sagt Alex Brown, Direktor, Skyports Drone Services, einer der Erstkunden von Pyka für Pelican Cargo. Ob sich das Cargo-System in der Breite durchsetzen kann, muss erst noch unter Beweis gestellt werden. Feuerwehr- und Katastropheneinsätze sind aber schon eine sichere Option, zumal pilotenlos geflogen und nur per Fernsteuerung überwacht, mit Cargodrohnen erhebliche Kosten gespart werden können.  Report Hellmut Penner                    

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Pelican Cargo wird von vier kleinen 25 kW-Elektromotoren angetrieben. Foto Pyka

Die dreimotorige Drohne wird für Sprühflüge eingesetzt. Foto Pyka