Deutschland erhält ersten F-35A

19. September 2026: In der Schweiz dominiert die politische Aufarbeitung des Fixpreisdebakels die Diskussionen um den F-35A. Deutschland hat beim F-35A die Schweiz überholt – gestern ist der erste F-35A-Kampfjet offiziell der Bundeswehr übergeben worden. Verteidigungsminister Pistorius sprach vom Beginn einer „neuen Ära“ für die Luftwaffe. Er nahm den F-35A beim Flugzeugbauer Lockheed Martin in Texas in Empfang. Insgesamt soll die Bundeswehr 35 der Kampfjets bis 2029 erhalten.  

Der erste F-35A-Kampfjet des US-Flugzeugbauers Lockheed Martin ist am 18. September 2026 offiziell der Bundeswehr übergeben worden. „Dieser Moment ist mehr als die Übergabe eines innovativen Flugzeugs“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der Übergabezeremonie in Fort Worth. „Es ist der lebende Beweis für die Kraft transatlantischer Partnerschaft und erfolgreicher Kooperation zwischen Deutschland und den USA.“ Mit der F-35A als „modernstem Kampfflugzeug der Welt“ beginne für die Luftwaffe „eine neue Ära“, so der Verteidigungsminister.

„Deutschland hat den Weckruf gehört“

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe die transatlantische Sicherheit radikal verändert. Das Schicksal der Ukraine sei fundamental für die europäische Sicherheit und die weltweite politische Stabilität. Russland besitze das weltweit grösste Arsenal an Atomwaffen und dehne seinen weltweiten Einfluss aus, sagte Pistorius. „Deutschland hat den Weckruf gehört“, so der Minister. Die Bundesrepublik habe daher unter anderem die Ausgaben für Verteidigung erhöht, den Neuen Wehrdienst eingeführt und die Bundeswehr unter anderem durch neue Beschaffungen insgesamt modernisiert. Mit einer Brigade in Litauen schütze Deutschland die NATO-Ostflanke. Gleichzeitig sei Deutschland der grösste Unterstützer der Ukraine. So gebe die Bundesrepublik das Tempo in Europa vor – in enger Abstimmung mit europäischen und US-amerikanischen Verbündeten.

Die deutsche Firma Rheinmetall fertigt im Auftrag von Lockheed Martin F-35-Rumpfmittelteile. „Damit holen wir Know-how und industrielle Wertschöpfung nach Deutschland“, betonte Pistorius. „Zugleich sind wir auch Teil der globalen Lieferkette“.

„Sensor und Schaltzentrale im Luftkrieg von morgen“

Wegen ihrer besonderen Fähigkeiten sei die F-35A „Sensor und Schaltzentrale im Luftkrieg von morgen“, erklärte Pistorius in Fort Worth. Dazu gehöre das Erfassen grosser Datenmengen in Echtzeit, um ein Lagebild für so genannte Multi-Domain-Operations (MDO) über mehrere militärische Dimensionen hinweg zu erhalten. Die Vielfalt der Fähigkeiten der Kampfjets betonte auch der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, bei der Übergabe in Texas: „Die erste F-35A wird unsere Art zu trainieren, zu handeln und zu kämpfen entscheidend verändern“. Die F35-A kann zudem mit unbenannten Luftfahrzeugen zusammenwirken (Manned-Unmanned-Teaming). „Alle diese Fähigkeiten zusammen machen die F-35A für mich zu einem äußerst überzeugenden Gesamtpaket“, so Verteidigungsminister Pistorius. „Das ist innovative und hochmoderne Beschaffung in kürzester Zeit.“

F35-A: Neue Heimat Luftwaffenstützpunkt Büchel

Die F-35A-Flotte soll auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel stationiert werden. Dafür muss die Infrastruktur des NATO-Flugplatzes angepasst werden – unter anderem für die Wartung und Instandsetzung der modernen Jets. Hohe Sicherheitsauflagen müssen erfüllt und Abläufe digitalisiert werden. Ein Prozess, der üblicherweise mehrere Jahre dauert. „Diese Zeit haben wir nicht“, so Pistorius. Das sei von Beginn an klar gewesen. Ein neues Verfahren mit paralleler Planung und Umsetzung habe die planmäßige Fertigstellung ermöglicht: 2027 werde die Infrastruktur für den Flugbetrieb stehen. Dafür seien rund zwei Milliarden Euro investiert worden. „Angesichts der Bedrohungslage ist dies notwendig“, betonte Pistorius bei der Übergabe der F-35A in Fort Worth. pd

Der erste F-35A für Deutschland bei der Übergabefeier in den USA. Foto: Lockheed Martin