Wow! Ein Swiss-A340 für das Verkehrshaus Luzern
08. September 2026: Der letzte Airbus A340 aus der Swiss-Flotte soll Anfang 2028 ins Verkehrshaus der Schweiz nach Luzern kommen. Ob das Vorhaben klappt, ist allerdings noch nicht 100-prozentig sicher. Es sind noch umfangreiche technische, finanzielle und behördliche Fragen zu klären. Die Herausforderungen für den Transport des 63,7 meter langen Flugzeuges nach Luzern sind noch um einiges grösser als 1975, als die CV-990 Coronado via Militärflugplatz Alpnach und Viewaldstättersee zum Verkehrshaus gebracht wurde.
Während vieler Jahre prägte der Airbus A340-300 die Langstreckenflotte von Swiss. Mit seinen vier Triebwerken, seiner markanten Silhouette und seiner Rolle als verlässliches Rückgrat auf der Langstrecke wurde er für viele Reisende und Mitarbeitende zu einem vertrauten Symbol der Swiss Flotte – so würdigt die Swiss den Airbus A340 in ihrer heutigen Mitteilung. Als letztes vierstrahliges Flugzeug markiere der A340 zugleich das Ende einer Ära bei Swiss. Nach dem Ende seiner Einsatzzeit soll nun eines dieser prägenden Langstreckenflugzeuge der Schweiz erhalten bleiben: Swiss und das Verkehrshaus der Schweiz wollen den letzten Airbus A340-300 aus der Swiss Flotte dauerhaft in die Luftfahrtausstellung in Luzern integrieren. Martin Ettlinger, Direktor des Verkehrshauses der Schweiz: «Der A340-300 passt genau in den dafür vorgesehenen Aussenraum vor der Luft- und Raumfahrthalle. Ein Flugzeug dieser Dimension nach Luzern zu bringen, ist allerdings eine ebenso grosse wie komplexe Aufgabe. Wir setzen alles daran, dieses aussergewöhnliche Projekt gemeinsam mit Swiss und weiteren Partnern möglich zu machen.»
Ein Geschenk für die Schweiz
Swiss beabsichtigt, dem Verkehrshaus dafür den letzten Airbus A340-300 ihrer Flotte zu schenken. Jens Fehlinger, CEO von Swiss: «Der Airbus A340 hat während vieler Jahre Menschen aus der Schweiz mit der Welt verbunden und ist damit selbst ein Stück Schweizer Luftfahrtgeschichte geworden. Unser Ziel ist daher klar: Wir wollen diesen A340 anfangs 2028 nach Luzern bringen. Jetzt gilt es, gemeinsam mit vielen Partnern, den aussergewöhnlichen Weg dorthin möglich zu machen.» Der A340 soll nicht einfach im Innenhof des Verkehrshauses als Ausstellungsobjekt abgestellt werden. Ziel ist es den Innenraum des Flugzeuges auf vielfältige Art und Weise zu inszenieren und als neues Highlight der Luft- und Raumfahrtausstellung zu präsentieren. Bereits heute ist mit der Convair 990 «Coronado» ein ehemaliges vierstrahliges Langstreckenflugzeug der Swissair Teil der Ausstellung.
Wie kommt der Airbus ins Verkehrshaus?
Ein rund 125 Tonnen schweres Langstreckenflugzeug ins Verkehrshaus zu bringen, ist weit mehr als ein gewöhnlicher Transport. Es ist ein logistischer und technischer Kraftakt – das hat sich 2019 gezeigt, als der viel kleinere und leichtere Rega-Ambulanzjet via Militärflugplatz Alpnach und Schiffstransport nach Luzern kam. Der A340 muss seinen Weg vom Flughafen Zürich nach Luzern finden, auf dem Gelände des Verkehrshauses präzise platziert und dauerhaft in die bestehende Ausstellung integriert werden, schreiben die Swiss und das Verkehrshaus in der heutigen Mitteilung. Wie genau der Airbus ins Verkehrshaus kommt, ist heute noch nicht definitiv geklärt. Alle möglichen Optionen sind mit hohen Hürden verbunden: Das Verkehrshaus liegt nicht an der Autobahn, was zum Beispiel einen Strassenstransport ab Zürich oder dem Militärflugplatz Emmen erschwert, wo der Airbus landen könnte. Eine Herausforderung wäre auch eine Landung in Alpnach, dazu kommt, dass dort auf dem Seeweg die niedere Achereggbrücke im Weg ist, unter die der Rega-Challenger 2019 noch knapp passte. Auch auf dem Flugplatz Buochs mit seiner zwei Kilometer langen Piste ist noch nie ein so grosses Flugzeug gelandet und dort fehlt auch ein direkter Seeanstoss. Es wird also spannend zu beobachten sein, für welchen Weg sich die Spezialisten entscheiden – ohne Demontagen am Flugzeug dürfte es kaum möglich sein.
Um die sehr hohen technischen und logistischen Anforderungen zu erfüllen, sind detaillierte Machbarkeitsstudien, Spezialtransporte, bauliche Anpassungen und enge Abstimmungen mit Behörden nötig. Auch finanziell ist das Projekt anspruchsvoll. Die Kosten für Überführung, bauliche Massnahmen und die Erlebnisinszenierung des Innenraums trägt das Verkehrshaus. Die aktuellen Kostenschätzungen gehen von einem hohen einstelligen Millionenbetrag aus. Die Finanzierung muss bis Ende 2026 gesichert sein und soll wesentlich über Drittmittel von Stiftungen, Mäzenen und Unternehmen erfolgen. Ein Fundraising Committee unter aktiver Mitarbeit von Christoph Franz, Präsident des Vereins Verkehrshaus der Schweiz und ehemaliger CEO von Swiss, führt dazu bereits Gespräche. Noch ist deshalb nicht entschieden, ob der A340 tatsächlich seine letzte Reise nach Luzern antreten kann. Erst wenn Transport, Bewilligungen und Finanzierung gesichert sind, fällt der definitive Entscheid. Das Verkehrshaus der Schweiz und Swiss informieren über die nächsten Schritte, sobald die laufenden Abklärungen weiter fortgeschritten sind. pd / Eugen Bürgler
Weitere Informationen: www.verkehrshaus.ch/a340

Heute dominiert die Coronado den Aussenbereich des Verkehrshauses, 2028 soll ein Airbus A340 der Swiss hinzukommen. Foto: Verkehrshaus der Schweiz

Airbus A340-300 der Swiss startet auf der Piste 16 des Flughafens Zürich. Foto Eugen Bürgler


















