Noch mehr Kerosin aus Pflichtlagern gegen Engpass
04. November 2026: Die Flughäfen Genf und Zürich erhalten bis Ende November bis zu 50 Millionen weitere Liter Kerosin aus den Pflichtlagern, um die Versorgung sicherzustellen. Vor allem das Fehlen von Raffineriekapazitäten sorgt für einen Engpass.
Der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung, Roland Pfister, hat am 3. November 2026 im Rahmen einer temporären Bedarfsdeckungsunterschreitung (TBDUS) Flugpetrolbezüge aus den Mineralöl-Pflichtlagern bewilligt. Bis zum 29. November 2026 dürfen maximal 50’000 m³ Flugpetrol entnommen werden. Zusammen mit den 30’000 m³ der ersten Flugpetrol-TBDUS im Oktober 2026 entspricht dies 17.4 Prozent der Pflichtlagerbestände.
Der Delegierte darf in eigener Kompetenz Bezüge bis zu 20 Prozent der Pflichtlagermenge bewilligen. Werden grössere Mengen zur Sicherstellung der Versorgung benötigt, erlässt das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) eine Freigabeverordnung. Beim Flugpetrol sind Einschränkungen in Raffinerien in Südfrankreich und Deutschland der Grund für den Versorgungsengpass. Die Flughäfen Genf und Zürich sind daher trotz tiefer Nachfrage im November 2026 auf die Bezüge aus den Pflichtlagern angewiesen.
Die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten ist seit Monaten angespannt, teilt das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) mit, vor allem wegen der stark und lange anhaltenden, eingeschränkten Rheinschifffahrt. Die anderen Verkehrsträger sind in dieser Situation noch mehr nachgefragt und kommen an ihre Grenzen. Kommt es zu zusätzlichen Verzögerungen oder Ausfällen, führt dies rasch zu Versorgungsengpässen.
Seit September 2026 musste die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten insgesamt vier Mal mit Bezügen aus den Pflichtlagern gestützt werden. Beim Dieselöl können noch bis zum 22. November 2026 Bezüge gemacht werden. Die Branche versuche mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, einen Rückgriff auf die Pflichtlager zu verhindern, was in dieser schwierigen Versorgungslage nicht immer möglich sei, so das BWL. Die Versorgung mit Benzin und Heizöl ist aktuell sichergestellt, aber auch angespannt. pd

















