Bundesrat: Patriot plus SAMP/T NG oder Barak MX
29. Oktober 2026: Der Bundesrat möchte ein zweites bodengestütztes Luftabwehrsystem grösserer Reichweite (Bodluv GR) als Ergänzung zum Bodluv-System Patriot beschaffen. Der Fokus richtet sich dabei auf die Systeme SAMP/T NG aus Frankreich und Barak MX aus Israel.
Für den Bundesrat sei klar, dass die Schweiz aufgrund der verschlechterten geopolitischen Lage ihre Luftverteidigung stärken müsse, hielt er an seiner Sitzung vom 28. Oktober fest. Dabei sei es wichtig, dass die Schweiz neben Patriot rasch ein zusätzliches System beschaffen, das den Anforderungen gerecht werde, die zu schützende Fläche vergrössere und die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter beziehungsweise einer einzelnen Lieferkette reduziere.
Nach Prüfung der eingereichten Offerten der vier Herstellerfirmen aus Frankreich, Israel und Südkorea hat der Bundesrat entlang technischer, militärischer, rüstungs- und sicherheitspolitischer Aspekte entschieden, die Auswahl auf die zwei Systeme Barak MX (Israel) und SAMP/T NG (Frankreich) einzugrenzen.
Das europäische SAMP/T-System ist in der Schweiz aus der Evaluation bekannt, aus der Patriot als Sieger hervorgegangen ist. Inzwischen steht mit SAMP/T NG aber ein stark verbessertes System zur Diskussion. SAMP/T NG nutzt ein neues AESA-Radar, Aster 30 Block 1 NT Abfangraketen mit Ka-Band Suchkopf und vergrösserter Reichweite sowie ein grundlegend erneuertes Feuerleit- und Kommandomodul.
Das modular aufgebaute System Barak MX von Israel Aerospace Industries kann mit verschiedenen Radarsystemen und Abfangraketen für verschiedene Reichweiten ausgerüstet werden. Das System wurde 2025 erstmals zur Abwehr iranischer Angriffe auf Israel eingesetzt und hat dabei mehrere Flugkörper abgefangen. Das System wurde aber auch schon exportiert, so zum Beispiel an das NATO-Mitglied Slowakei, auch Griechenland hat Barak MX bestell.
Der Bundesrat hat das VBS beauftragt, in Zusammenarbeit mit EDA (Aussendepartement), EJPD (Justiz- und Polizeidepartement, WBF (Wirtschaftsdepartement) und EFD (Finanzdepartement) bei den weiteren Arbeiten auch aussen- und wirtschaftspolitische Aspekte zu berücksichtigen. An der Patriot-Bestellung will der Bundesrat unverändert festhalten.
Nicht geklärt ist die Finanzierung eines zusätzlichen Bodluv-Systems. Voraussichtlich in der Wintersession wird das eidgenössische Parlament die Armeefinanzierung besprechen. pd/eb













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