F-35-Teile verschwunden, China unter Verdacht

26. September 2026: Es hört sich fast an wie ein Spionage-Thriller: Bauteile von F-35A-Kampfflugzeugen der australischen Luftwaffe werden zur Wartung in die USA geschickt, doch im Hafen von Hong Kong verliert sich ihre Spur.

Das US-Magazin „Politico“ hat zuerst über den Vorfall berichtet: Im Auftrag des F-35-Herstellers Lockheed Martin hat ein Unternehmen Komponenten von F-35A-Kampfflugzeugen der Royal Australian Air Force von Australien in die USA gesendet. Auf dem Weg über den Pazifik wurde der Ladung dann aber eine neue Transportroute zugeteilt, die über Hong Kong – also chinesisches Hoheitsgebiet – führte. Und prompt gingen die Kampfflugzeugteile in Hong Kong „verloren“, von ihnen fehlt jede Spur.

Inzwischen haben sowohl die australische Regierung wie auch das Pentagon in den USA den Vorfall grundsätzlich bestätigt, ohne Details dazu bekanntgeben zu wollen. Der australische Verteidigungsminister Richard Marles hat am 22. September die Sensitivität der verschwundenen Teile heruntergespielt: Nach seinem Wissen seien es nicht sensible Teile, die verschwunden seien. Der Vorfall werde von Lockheed Martin und den US-Behörden untersucht.

Politico hatte unter Berufung auf Quellen, die mit dem Fall zu tun haben sollen, die Vermutung geäussert, dass es sich bei den abgezweigten Teilen unter anderem um Canopys, also Cockpit-Scheiben, handle. Das wären durchaus sensible Teile, da sie mit besonderen Verfahren eine Spezialbeschichtung erhalten, welche für die Stealth-Eigenschaften eine bedeutende Rolle spielt. Die F-35-Canopys werden von GKN Aerospace hergestellt. Der Verdacht liegt natürlich nahe, dass China hinter dem Abzweigen der Teile-Lieferung steckt. Es werden immer wieder Fälle bekannt, in denen China versucht, mit unterschiedlichen Spionageaktivitäten an F-35-Technologien zu kommen. Eugen Bürgler