Flugplatz Kägiswil: Zukunft bleibt ungewiss
11. Dezember 2024: Der Flugplatz Kägiswil hat ein Jahr mit unklaren Zukunftsperspektiven hinter sich. Von Seiten der Kantonsregierung gab es Bestrebungen, den heutigen Flugbetrieb in Zukunft nicht mehr zu ermöglichen. Wie heute bekannt wurde, startet das Bundesamt für Zivilluftfahrt mit Armasuisse und dem Kanton Obwalden einen neuen gemeinsamen Planungsprozess für die Umnutzung des ehemaligen Militärflugplatzes Kägiswil. Das Ziel ist, die verschiedenen Bedürfnisse an das Areal aufeinander abzustimmen. Der Flugplatzgenossenschaft Obwalden wird ein auf Ende September 2025 befristetes Baurecht gewährt. Damit kann der Flugbetrieb der dort ansässigen Flugschulen und Vereine vorerst weitergeführt werden.
Im Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL) hat der Bundesrat im September 2020 festgelegt, dass der ehemalige Militärflugplatz Kägiswil zu einem zivilen Flugfeld umgenutzt werden soll. Um dies umzusetzen, hat Armasuisse dem Kanton Obwalden ein Baurecht eingeräumt. In der Folge hat die Flugplatzgenossenschaft Obwalden (FGOW) als Mieterin beim BAZL ein Umnutzungsgesuch eingereicht. Weil die angestrebte Umnutzungsbewilligung zu einem zivilen Flugfeld nicht fristgerecht zustande kam, ist per Ende 2023 der Heimfall eingetreten. Deshalb hat Armasuisse der FGOW ein bis Ende 2024 befristetes Baurecht eingeräumt.
Aktuell bestehen Zweifel, ob die Umnutzung des ehemaligen Militärflugplatzes in ein ziviles Flugfeld gemäss geltendem SIL gelingen wird, weil die Zustimmungen von Landeigentümern im Projektperimeter zurzeit fehlen. Das BAZL hat deshalb der FGOW im Dezember 2023 mit einer Zwischenverfügung eine letzte Frist für das Einholen der notwendigen Zustimmungen gesetzt und andernfalls einen abschlägigen Entscheid zum Umnutzungsgesuch in Aussicht gestellt. Die FGOW hat dagegen eine Beschwerde eingereicht, die beim Bundesverwaltungsgericht hängig ist.
Der Obwaldner Kantonsrat hat den Regierungsrat im Mai 2024 mit einer angenommenen Motion beauftragt, eine Änderung des kantonalen Richtplans zur Ermöglichung einer zivil-aviatischen Nutzung für Helikopter-Unterhalt und als Basis von Arbeitsflügen vorzunehmen. Zudem soll sich der Regierungsrat bei Armasuisse dafür einsetzen, dass das Areal der Rega zur Verfügung steht, die Interesse für die Ansiedlung ihrer Helikopter Maintenance in Kägiswil angemeldet hat. Ebenso sollen nicht mehr genutzte Pistenflächen zu Kulturland zurückgebaut werden. Ausserdem benötigt die Armee – angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage – einen Teil des Flugplatzareals für militärische Nutzungen. Dieser Bedarf steht dem Anliegen der Motion des Obwaldner Kantonsrats nicht entgegen.
Aufgrund der veränderten Ausgangslage haben sich die Bundesstellen BAZL und Armasuisse und der Kanton Obwalden darauf geeinigt, einen neuen Planungsprozess zu starten. Das Ziel ist, die verschiedenen räumlichen Bedürfnisse aufeinander abzustimmen und eine eventuelle Anpassung des SIL vorzubereiten. Dieser Planungsprozess wird voraussichtlich im Frühling 2025 beginnen. Armasuisse will gemäss ihrer heutigen Medienmitteilung für die weitere Entwicklung die nötige Handlungsfreiheit gewährleisten. Sie hat deshalb der FGOW ein auf Ende September 2025 befristetes Baurecht gewährt. Die FGOW erhält damit genügend Zeit, die geordnete Einstellung des Flugbetriebs vorzubereiten. Bis Mitte 2025 wird Armasuisse in Abhängigkeit der weiteren Entwicklung entscheiden, ob der Flugbetrieb über September 2025 hinaus weitergeführt werden soll. Von einer Einstellung des Flugbetriebes wären vier Vereine mit zwei Flugschulen und weit über 200 aktive Pilotinnen und Piloten direkt betroffen. Von den jährlich rund 12’500 Flugbewegungen dieser Vereine entfallen etwa 60 Prozent auf die Flugschulung. pd / eb www.ar.admin.ch