SUST priorisiert Untersuchungen, die eine präventive Wirkung haben

29. Dezember 2025: Die SUST will eigenen Angaben zufolge neu eine ausgeprägte Priorisierung der einzelnen Untersuchungen vornehmen, um ihre präventive Wirkung zu verstärken. Wie sie weiter mitteilt, hat sie die Untersuchungen zum Startunfall der HB-SGU in Lommis und der Notlandung der HB-TDA in Speck-Fehraltorf eingestellt und zu einem Segelflugzeugabsturz in Thun einen Faktenbericht erstellt.

Seit einigen Jahren konnten zahlreiche Sicherheitsuntersuchungen durch die schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) nicht zeitgerecht abgeschlossen werden, was ihre präventive Wirkung verminderte. Aus diesem Grund werde die SUST künftig unter Einhaltung der gesetzlichen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen eine ausgeprägte Priorisierung der einzelnen Sicherheitsuntersuchungen vornehmen, teilt sie weiter mit. Dabei stelle das aus einer Untersuchung zu erwartende Präventionspotential die primäre Grösse dar, die den Umfang einer Sicherheitsuntersuchung und eines zugehörigen Berichts bestimmen soll.

Alle Unfälle und schweren Vorfälle würden, wie dies die gesetzlichen Vorgaben verlangen, zum Gegenstand einer Sicherheitsuntersuchung gemacht, die mindestens aus einer Voruntersuchung und einer zeitnah veröffentlichten Sachverhaltsdarstellung im Präventions-Bulletin bestehe, so die SUST weiter. Wird bei ausreichend hohem Präventionspotential eines Zwischenfall eine Untersuchung eröffnet, so wird das übliche Verfahren gemäss Art. 47 VSZV durchgeführt. Bereits eröffnete Untersuchungen würden periodisch einer Prüfung auf ihr Präventionspotential hin unterzogen und allenfalls mit einer Sachverhaltsdarstellung beendet, wenn bereits daraus eine ausreichende präventive Wirkung zu erwarten sei, hält die SUST weiter fest. Durch diese Priorisierung und eine auf die Prävention ausgerichtete Skalierung aller Sicherheitsuntersuchungen und Berichte sollte ein Grossteil der Sicherheitsuntersuchungen künftig zeitgerecht abgeschlossen werden, heisst es weiter.

Eingestellt hat die SUST die Untersuchung des Startunfalles der Aquila AT01 HB-SGU vom 31. März 2023 in Lommis. Während die Flugschülerin eine leichte Verletzung erlitt, blieb der Fluglehrer unverletzt, das Flugzeug wurde aber total zerstört. Auch die Notlandung der Cessna 172S HB-TDA am 21. Januar 2024 nach einem Leistungsabfall des Motors in Speck-Fehraltorf untersucht die SUST nicht weiter. Nur 40 Sekunden nach dem Start in Thun trennte sich am 1. August 2022 das Segeflugzeug D-6378 vom Schleppflugzeug, der Piper Super Cub HB-OQB. Das Segelflugzeug stürzte anschliessend aus geringer Höhe ab, der Pilot erlitt schwere Verletzungen. Zu diesem Unfall hat die SUST einen Faktenbericht erstellt.  hjb

Die drei Berichte findet man hier:

HB-SGU_EdU_D

HB-TDA_EdU_D

D-6378_HB-OQB_FB_D