Freispruch für ehemaligen PC-7 TEAM Leader

18. September 2021: Das Militärgericht 2 hat am 17. September in Aarau den ehemaligen Leader des PC-7 TEAMs freigesprochen. Anlässlich der Ski-Weltmeisterschaft von 2017 in St. Moritz touchierte während eines Trainingsflugs einer der neun PC-7 das Zugseil einer Seilbahnkamera, worauf dieses riss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Am 16. und 17. September hat die Hauptverhandlung des Militärgerichts 2 in Aarau stattgefunden, welche den Flugunfall vom 17. Februar 2017 in St. Moritz zum Gegenstand hatte. Anlässlich eines Trainingsflugs für eine Flugvorführung während der Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz wurde das Kabel einer Seilbahnkamera durch den Flügel eines PC-7 durchtrennt. Dabei entstand erheblicher Schaden an der Kamerainstallation, dem Flugzeug und dem nahegelegenen Sessellift. Das beschädigte Flugzeug konnte ohne Probleme in Samedan landen. Die Anklage hat dem Teamleader fahrlässigen Missbrauch und Verschleuderung von Material, Störung von Betrieben, die der Allgemeinheit dienen, sowie vorsätzliche Nichtbefolgung von Dienstvorschriften vorgeworfen, wie die Militärjustiz mitteilte. Das Militärgericht 2 wurde von Oberstleutnant Kenad Melunovic präsidiert.

Der Auditor oder Ankläger forderte für den damaligen Leader des PC-7 TEAMs eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 140 Franken, also 21’000 Franken. Der  Verteidiger verlangte einen Freispruch. Er machte geltend, dass in der gesamten Untersuchung nicht schlüssig dargelegt worden sei, dass das Verhalten seines Mandanten «kausal ursächlich» für die Kollision gewesen sei. Das Militärgericht sprach den heute 41-jährigen Hauptmann frei. Er kassierte einen disziplinarischen Verweis, weil er sich bei der Dienstpflicht nicht korrekt verhalten und gegen bestehende Normen verstossen hatte. Es gebe aber keine Flugshow ohne Restrisiko. Die Vorführungen müssten effektvoll sein, argumentierte das Gericht.  hjb