Serbien hat sich für Rafale entschieden

10. April 2024: Bei seinem Besuch in Frankreich hat der serbische Präsident Aleksander Vucic bestätigt, dass er mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron die Beschaffung von zwölf Dassault Rafale Kampfflugzeugen für die serbische Luftwaffe besprochen hat. Der Vertrag könne innerhalb der nächsten Monate abgeschlossen werden. Interessant ist diese Entscheidung nicht zuletzt deshalb, weil Serbien sicherheitspolitisch in den letzten Jahren immer wieder die Nähe zu Russland und China gesucht hat.

 

In der Flotte der serbischen Luftwaffe finden sich aktuell 17 Soko J-22 Erdkampfflugzeuge aus heimischer Produktion und 11 MiG-29 aus Russland. Mit einer Bestellung aus Serbien könnte Dassault nach Ägypten, Griechenland, Indien, Indonesien, Qatar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kroatien einen achten Exportkunden vorweisen. Per Ende 2023 hatte Dassault total 495 Rafales in seinen Bestellbüchern, 261 davon für den Export bestimmt. Beim serbischen Nachbarn Kroatien werden aktuell zwölf Rafales eingeführt, dabei handelt es sich aber um gebrauchte Maschinen der französischen Luftwaffe.

Nach seiner schwierigen Geschichte mit den Jugoslawien-Kriegen hat sich Serbien sicherheitspolitisch immer wieder mehr oder weniger explizit an Russland orientiert und hat zum Beispiel seine MiG-29 erst 2017 von Russland erhalten. Die serbische Armee hat auch das chinesische Luftabwehrsystem FK-3 (vergleichbar mit dem russischen S-300 oder dem US-amerikanischen Patriot) und chinesischen CH-92A Kampdrohnen beschafft, parallel aber auch bei Airbus Helicopters neue H145M bestellt. Die Beschaffung von Rafales würde in diesem Kontext ein wichtiges Element der Ausrichtung der serbischen Armee in Richtung westlicher Partner bedeuten. Eugen Bürgler