SkyNews.ch März 2026

Wir müssen reden, dringend

Geschätzte Leserinnen und Leser

Irgendwie ist es für die Schweiz immer gut gegangen in den letzten 170 Jahren. Selbst als Europa zwei zerstörerische Weltkriege erleiden musste, waren die Menschen hierzulande weitestgehend in Sicherheit. Tief im schweizerischen Selbstverständnis hat sich eingebrannt: Es geht immer irgendwie gut. Wir sind ja neutral.

Es wäre nicht klug, diese Neutralität leichtfertig über Bord zu werfen. Doch alleine der Glaube an diese Neutralität wird nicht reichen, damit es auch Zukunft gut geht, irgendwie. Auf der Weltbühne gilt immer häufiger das Recht des Stärkeren, fast wie auf dem Schulhausplatz. Die Starken bestimmen, wie gespielt wird und wenn sie das «Znünibrot» eines Schwächeren wollen, dann holen sie es. Dass die Pausenaufsicht derzeit ziemlich hilflos ist, weiss sie selbst, egal ob sie UNO, EU oder anders heisst.

Wir müssen die Diskussion jetzt führen, welchen Beitrag wir für unsere Sicherheit leisten wollen, wobei wir weiter als genau bis zur Landesgrenze denken sollten. Wenn wir nur darauf vertrauen, dass es die Nachbarn schon richten werden, wird uns dieses falsche Verständnis von Neutralität bald um die Ohren fliegen. Es ist Zeit, unser Engagement für die Sicherheit zu verstärken und zu definieren, mit wem und in welcher Form wir dabei zusammenarbeiten. Nein, die Antwort muss nicht Mehrwertsteuerprozent und NATO- Beitritt heissen. Aber die Diskussion muss ehrlich geführt werden und wir können nicht länger so tun, als ob wir unsere Sicherheit immer noch alleine mit dem Sturmgewehr in der Hand auf dem Gotthard verteidigen könnten. Schon heute wird die Sicherheit Europas besonders im Luft- und Cyberraum, im elektromagnetischen Bereich sowie in Informationsraum
herausgefordert. Nicht potenziell in Zukunft, sondern heute.

Denken wir in dieser Diskussion daran, dass Sicherheit nicht nur einen Preis hat, sondern vor allem einen Wert. Sicherheit und Stabilität sind die Basis, auf der unser Wohlstand aufgebaut ist. Egal ob Datencenter, renommierte Hochschulen, Stromnetze oder Medikamentenproduktion – ohne Sicherheit und Stabilität gerät alles ins Wanken.

Eugen Bürgler, Chefredaktor SkyNews.ch

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