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SkyNews.ch Mai 2026

Schuss vor den Bug

Geschätzte Leserinnen und Leser

Nicht alle Airlines werden die gestiegenen Treibstoffpreise überleben, das lässt sich heute schon sagen. Der Krieg im Nahen Osten ist hoffentlich bald Geschichte, doch auch im günstigsten Szenario wird besonders die Luftfahrt noch länger mit den Auswirkungen des Konflikts zu kämpfen haben – warum das so ist, ist auch Thema der Titelgeschichte dieser SkyNews.ch-Ausgabe.

Der Warnschuss vor den Bug ist für die globale Wirtschaft nicht nur sprichwörtlich gefallen, Öltanker im Persischen Golf wurden ganz real beschossen. Ganz nervös haben die Rohstoffmärkte mit explodierenden Preisen reagiert, denn es wurden wichtige Nerven des Welthandels und der Energieversorgung getroffen. Bereits die Corona-Pandemie hat die Verletzlichkeit von Lieferketten für essentielle Güter wie medizinisches Material offengelegt. In der Fliegerei sind Redundanzen wichtig. Man will verhindern, dass ein kleiner Ausfall, ein «Single Point of Failure», das ganze System zum Absturz bringt. In der Wirtschaftspolitik dagegen scheinen wir uns zu oft sorglos in fragile Abhängigkeiten zu begeben. Ganz kurzfristig mag es günstiger sein, sich auf asiatische Billigprodukte oder die günstigste Energiequelle abzustützen und eigene Produktionskapazitäten auszulagern.

Auf lange Sicht kann sich das bitter rächen. Gerade im rauer gewordenen geopolitischen Klima ist es wichtig, uns bei der Versorgung mit essentiellen Dingen nicht komplett in Abhängigkeiten zu begeben. Dass wir in Europa die Kapazitäten nicht haben, den Eigenbedarf an Kerosin zu decken, soll uns eine Lehre sein. Auch moderne westliche Gesellschaften tun gut daran, sich neben künstlicher Intelligenz und smarten Arbeitswelten auch mit der Versorgung mit handfesten Dingen auseinanderzusetzen. Eine nachhaltige, breit abgestützte Versorgung, angefangen bei Wasser, Nahrung und Energie, sowie eine Basis an industrieller Produktion, bleiben langfristig unverzichtbar. Die Verantwortung dafür können wir nicht alleine auf die Politik abschieben, sie fängt damit an, dass wir uns beim nächsten Einkauf fragen, ob Produkte aus hiesiger Produktion oder unter fragwürdigen Standards hergestellte Billigprodukte die richtige Wahl sind.

Eugen Bürgler, Chefredaktor SkyNews.ch

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