• Bild: Denis Totaj
    Die Cessna 172 HB-TDA am 12. August im Final auf den Flugplatz Speck. Gleichzeitig verdeckt der Mond die Sonne während der partiellen Sonnenfinsternis teilweise.

SkyNews.ch Oktober 2026

Grounding ist nicht die Lösung für das Klima

Geschätzte Leserinnen und Leser

Es war zu heiss im Sommer. Nicht nur gefühlt, auch wissenschaftlich belegt. Noch nie seit Messbeginn gab es in Europa einen heisseren Monat als der August 2026. Ein Blick aus dem Cockpit über den Alpen auf die verbliebenen Gletscher zeigt unmissverständlich, dass dieser Hitzesommer kein einmaliger Ausreisser in der Klimastatistik war.

Die Luftfahrt steht in der Umweltdiskussion besonders im Fokus. Sie trägt zur Klimaerwärmung bei, das lässt sich nicht schönreden. Alleine das Argument, dass die Luftfahrt für nur rund 3 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich ist, bringt uns nicht weiter und ehrlicherweise müssen wir festhalten, dass der Luftverkehrsanteil am CO2-Fussabdruck in der Schweiz höher ausfällt. Gleichzeitig muss die Luftfahrt in der öffentlichen Wahrnehmung überproportional als Sündenbock herhalten.

Manchmal kommt uns die Klimathematik in der Luftfahrt wie ein gemeiner Spielverderber vor. Wir lieben das Fliegen, wir sind stolz auf Operationen und Missionen und wenn eine Turbine hochfährt oder ein guter, alter Kolbenmotor knattert, möchten wir uns die positiven Gefühle nicht von Sorgen ums Klima verderben lassen. Doch über grüne Spielverderber zu schimpfen, bringt uns ebenso wenig weiter.

Wir müssen das Problem ernst nehmen und Chancen nutzen. Technologien, die klimafreundlicheres Fliegen ermöglichen, existieren. Es gibt sogar Verfahren, mit denen sich aus dem CO2 in der Atmosphäre, wieder Treibstoff herstellen lässt. Die Lösungen sind nicht einfach und sie kosten Geld. Gleichzeitig müssen wir den Kritikern der Luftfahrt klar machen, dass es dem globalen Klima schadet, wenn wir unsere innovative Industrie mit unüberlegten Verboten und Gebühren grounden und wir uns damit komplett ins Abseits stellen, uns quasi jenen Akteuren auf der Weltbühne ergeben, die sich keinen Deut ums Klima scheren.

Global gesehen wird, egal was wir machen, der Luftverkehr wachsen. Parallel zum Vormarsch von künstlicher Intelligenz und virtueller Realität wird auch bei uns das Bedürfnis nach echtem Erleben und realen Begegnungen wohl eher noch zunehmen. Um Menschen zueinander zu bringen, für die Sicherheit, um Leben zu retten, Brände zu löschen und wichtige Güter zu transportieren, braucht es die Luftfahrt auch in Zukunft. Es liegt an uns, den nachhaltigen Lösungen zum Durchbruch zu verhelfen. Das wird uns etwas kosten. Doch wenn wegen höherer Preise allenfalls etwas weniger geflogen wird, muss das nicht zwingend zum Nachteil der Luftfahrtindustrie sein: Etwas weg vom ultragünstigen Massentransportmittel zurück zur Flugreise, die etwas Besonderes darstellt.

Nebenbei darf und soll diese Luftfahrt auch künftig Spass machen und wir dürfen stolz auf sie sein. Denn während Frust und Verbot uns nur ins Abseits führen, sind Spass und Leidenschaft in einer stolzen Luftfahrtindustrie der beste Antrieb, um wichtige Veränderungen und Innovationen anzupacken.

Eugen Bürgler, Chefredaktor SkyNews.ch

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